5:30 Uhr, Parkplatz am Großmarkt. Wer gut vorbereitet kommt, ist in 90 Minuten fertig. Wer es nicht ist, kauft das Falsche.

Der Montagmorgen am Großmarkt entscheidet über die ganze Woche. Wer gut vorbereitet ankommt, kauft die richtigen Mengen zum richtigen Preis und ist in 90 Minuten wieder raus. Wer improvisiert, kauft zu viel oder zu wenig — und reduziert am Donnerstag.

Die Woche vorher: Was wirklich gebraucht wird

Gute Vorbereitung beginnt nicht am Sonntag, sondern schon während der Woche. Halte fest, was schnell weg geht und was du immer wieder reduzieren musst. Diese zwei Zahlen — Schnelldreher und Ladenhüter — sind die Basis jeder guten Einkaufsplanung.

Viele Floristen führen das im Kopf. Das funktioniert erstaunlich gut, solange der Laden klein ist. Sobald du zwei Filialen oder mehr als fünf Mitarbeitende hast, wird das Gedächtnis zum Flaschenhals.

Sonntagabend: Die Disposition

Die Disposition ist deine Einkaufsliste — aber mit Kalkulation. Für jeden Artikel hältst du fest:

  • Menge (in der richtigen Einkaufseinheit: Stiel, Bund, Kiste, Wanne)
  • Einkaufspreis
  • Welchen Lieferanten du fragst

Der Verkaufspreis ergibt sich aus deiner Zielmarge. Als Faustregel gilt für Blumenfachgeschäfte eine DB-Marge von 55–65 %. Das bedeutet: ein Artikel für 1,00 € EK wird für mindestens 2,20 € verkauft.

Was du nicht vergessen solltest

Neben den offensichtlichen Blumen gibt es Positionen, die regelmäßig vergessen werden:

  • Zubehör: Steckschaum, Bänder, Draht, Bindedraht, Wasser-Tüten. Oft erst am Dienstag gemerkt.
  • Saisonbedingte Extras: Was ist gerade aktuell? Welche Farben laufen?
  • Aktionsbestellungen: Hochzeiten, Firmenkunden, Beerdigungen der kommenden Woche.

Am Großmarkt: Schnell und fokussiert

Mit einer guten Disposition in der Hand — auf dem iPad oder ausgedruckt — läuft der Großmarktbesuch wie nach Plan. Du weißt, was du suchst. Du weißt, was du bereit bist zu zahlen.

Was dir trotzdem passieren wird: ein unerwartetes Angebot. Eukalyptus für 40 % unter Normalpreis, weil der Lieferant zu viel hat. Die Frage ist dann: Passt das in meine Kalkulation? Wie viel kann ich davon wirklich verkaufen?

Wer seinen durchschnittlichen Absatz kennt, kann diese Entscheidung in Sekunden treffen. Wer ihn nicht kennt, kauft zu viel oder lässt ein gutes Angebot liegen.

Nach dem Einkauf: Schilder, Bestand, Kontrolle

Sobald die Ware im Laden ist, beginnt die zweite Phase: Auszeichnen. Wer die Dispo digital angelegt hat, kann direkt aus ihr Preisschilder drucken — ohne jeden Artikel nochmal einzutippen.

Dann: Bestand aktualisieren. Was ist neu reingekommen, was wurde verbraucht oder reduziert. Wer das konsequent macht, weiß am nächsten Montag wieder, was er wirklich gebraucht hat.

Das wichtigste Werkzeug

Der Zettel auf dem Klemmbrett hat ausgedient — nicht weil er grundsätzlich schlecht ist, sondern weil er Informationen nicht verbindet. Der Preis den du heute einträgst, erscheint nicht automatisch auf dem Preisschild. Der Bestand den du zählst, fließt nicht in die Auswertung.

Digitale Dispositionen, die direkt mit Preisschildern, Bestand und Auswertung verbunden sind, sparen nicht nur Zeit — sie machen den Einkauf besser, weil die Zahlen der letzten Wochen immer griffbereit sind.

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