Blumen verblühen. Das ist ihr Wesen. Aber wie viel Verlust ist normal — und wo fängt es an, dein Ergebnis zu ruinieren?
Schwund ist der stille Feind jedes Blumenfachgeschäfts. Er erscheint nicht auf der Rechnung, er bucht sich nicht selbst aus — er verschwindet einfach. Jeden Tag ein bisschen.
Was Schwund wirklich kostet
Ein Beispiel: Du kaufst 100 Rosen für 0,80 € pro Stiel — 80 € Wareneinsatz. Du verkaufst 85 Stück à 2,50 € — 212,50 € Umsatz. Die restlichen 15 Rosen gehen weg, reduziert oder vernichtet.
Direkter Verlust: 15 × 0,80 € = 12 € Wareneinsatz, plus 15 × 2,50 € = 37,50 € entgangener Umsatz. Für eine Artikelposition in einer Woche.
Hochgerechnet auf alle Schnittblumen, alle Wochen, alle Filialen: Schwund kostet die meisten Blumenfachgeschäfte zwischen 8 und 15 % ihres Wareneinsatzes. Bei einem Monatseinkauf von 5.000 € sind das 400–750 € — jeden Monat.
Die häufigsten Ursachen
Schwund entsteht selten durch Pech. Die häufigsten Gründe:
- Zu viel eingekauft: Die Hauptursache. Überhöhte Mengen weil kein Absatz-Überblick vorhanden ist.
- Falsches Saisonprodukt: Im März Pfingstrosen bestellt, die erst ab Mai laufen.
- Schlechte Lagerung: Falscher Wasserstand, falsche Temperatur, Ethylen durch Obst in der Nähe.
- Zu spät reduziert: Artikel wird zu spät reduziert und kann nicht mehr verkauft werden.
Wie du Schwund messbar machst
Was nicht gemessen wird, kann nicht verbessert werden. Für jeden Verlust solltest du festhalten:
- Welcher Artikel (Name, Menge)
- Welcher Grund (verblüht, Bruch, Frost, Optik, Ablauf)
- Welcher Einkaufswert (damit der Verlust in Euro sichtbar ist)
Diese drei Informationen machen aus „irgendwie verschwunden" eine auswertbare Zahl. Wenn du nach vier Wochen siehst, dass Pfingstrosen deinen größten Schwundposten ausmachen, kaufst du im nächsten Monat weniger.
Preisreduzierungen als Instrument
Rechtzeitig reduzieren ist besser als wegschmeißen. Ein Artikel, der für 1,90 € statt 3,50 € verkauft wird, bringt noch etwas. Einer der verblüht, bringt gar nichts.
Wichtig: Auch Reduzierungen sollten dokumentiert werden — mit Grund und neuem Preis. So siehst du in der Auswertung, welche Artikel du regelmäßig reduzieren musst, und kaufst sie entweder in kleineren Mengen oder kaufst sie gar nicht mehr.
Das Ziel: Unter 8 %
Eine Schwundquote unter 8 % des Wareneinsatzes gilt als gut für ein Blumenfachgeschäft. Unter 5 % ist exzellent. Wenn du aktuell keine Zahl nennen kannst, ist das der erste Schritt: messen.
Erst wenn du weißt, wo du stehst, kannst du entscheiden, ob und wo du etwas veränderst — beim Einkauf, bei der Lagerung oder beim Timing der Reduzierungen.
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