Wer im Februar an Muttertag denkt, kauft im Mai günstiger. Saisonplanung ist das unterschätzte Fundament guter Einkäufe.
Die saisonale Verfügbarkeit von Blumen folgt einem Rhythmus — aber keinem starren. Klimawandel, Importrouten, Großereignisse und die eigene Kundschaft formen jeden Jahreslauf anders. Gute Saisonplanung kombiniert das Allgemeinwissen über Verfügbarkeiten mit der eigenen Absatzhistorie.
Die Jahresstruktur eines Blumenfachgeschäfts
Es gibt vier Hochphasen, die fast jeden Blumenladen prägen:
- Februar/März: Valentinstag (14. Februar) und Ostern — oft beides innerhalb weniger Wochen.
- Mai: Muttertag — der umsatzstärkste Einzeltag des Jahres für die meisten Blumenfachgeschäfte.
- Juni–September: Hochzeitssaison. Viele Betriebe planen ihre Kapazitäten für Monate im Voraus.
- Oktober–Dezember: Allerseelen/Allerheiligen, Advent, Weihnachten — mit besonders hohem Grünpflanzen- und Kerzenbedarf.
Was davon abhängig ist: Die Verfügbarkeit
Nicht alles ist immer zu haben. Einige Faustregeln:
- Pfingstrosen: April bis Juni, in Ausnahmejahren früher. Wer sie im März bestellt, findet Importware aus der südlichen Hemisphäre — teurer und qualitativ anders.
- Flieder: April bis Mai, in Deutschland. Importware gibt es früher, aber der Unterschied zu frisch geerntetem Flieder ist für Kenner sofort sichtbar.
- Sonnenblumen: Juli bis September im Inland. Importware ganzjährig, aber mit höheren EK-Preisen im Winter.
- Rosen: Ganzjährig aus dem Import, aber mit erheblichen Preisunterschieden. Valentinstag treibt den Weltmarktpreis für Rosen auf das Doppelte bis Dreifache.
Valentinstag: Der teuerste Tag des Jahres
Rosen für Valentinstag müssen früh bestellt werden — im Oktober für einen günstigen Preis, spätestens im November. Wer im Januar bestellt, zahlt Aufpreise die die Marge komplett auffressen können.
Faustregel: Was du an Valentinstag zu 3,50 € pro Stiel verkaufst, solltest du nicht für mehr als 1,20 € eingekauft haben. Das ist nur möglich mit Frühbestellung.
Muttertag: Planen, nicht reagieren
Muttertag ist der Tag, an dem die meisten Fehler passieren — zu wenig eingekauft, falsche Farben, Mitarbeitende nicht eingeplant. Die wichtigsten Vorbereitungen beginnen sechs Wochen vorher:
- Wie viel Umsatz hast du am Muttertag des Vorjahres gemacht?
- Welche Artikel sind weggegangen, welche sind übrig geblieben?
- Wie viel Kapazität haben deine Mitarbeitenden?
Wer diese Zahlen hat, plant besser. Wer sie nicht hat, schätzt — und liegt oft falsch.
Wie du deine eigene Saisonhistorie aufbaust
Das wertvollste Instrument für die Saisonplanung ist die eigene Auswertung. Welche Artikel liefen in welchen Wochen? Wo war der Schwund am höchsten? Welche Aktionsprodukte haben gut funktioniert?
Wer das einmal pro Jahr systematisch auswertet — am besten im Januar für das kommende Jahr — kauft im nächsten Muttertag ein, als wäre er dabei gewesen.
FlowerTag: Software für den Floristik-Alltag
Disposition, Preisschilder, Bestellungen, Auswertung — in einer Software, gebaut von einem Floristmeister.
14 Tage kostenlos testenWeitere Artikel: Alle Beiträge im Blog →