Viele Floristen kennen ihren Umsatz. Wenige kennen ihren Deckungsbeitrag. Der Unterschied kann ein Betrieb sein.

Umsatz ist eine schöne Zahl. Sie wächst, wenn du mehr verkaufst — unabhängig davon, ob du dabei auch mehr verdienst. Der Deckungsbeitrag ist die ehrlichere Zahl: Er zeigt, was nach dem Wareneinsatz übrig bleibt.

Was der Deckungsbeitrag ist

Der Deckungsbeitrag (DB) ist die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten. Im Blumenfachgeschäft sind die variablen Kosten vor allem der Wareneinsatz — also was du für Blumen, Grün, Zubehör und Verpackung bezahlt hast.

Formel: DB = Umsatz − Wareneinsatz

Beispiel: Du verkaufst in einer Woche Sträuße für 3.200 €. Der Wareneinsatz war 1.180 €. Dein Deckungsbeitrag ist 2.020 € — das ist das Geld, aus dem du Miete, Löhne, Energie und deinen eigenen Lebensunterhalt bezahlst.

Die DB-Marge: Der wichtigste Prozentwert

Noch wichtiger als der absolute DB ist die DB-Marge:

DB-Marge = DB / Umsatz × 100

Im Beispiel: 2.020 / 3.200 × 100 = 63,1 %

Eine DB-Marge von 60–65 % gilt in der Floristik als solide. Unter 55 % wird es eng — dann musst du entweder den Umsatz steigern oder den Wareneinsatz senken, um deine Fixkosten zu decken.

Warum der DB je Artikel wichtig ist

Nicht jeder Artikel hat dieselbe Marge. Ein günstiger Topfer mit 40 % Marge und ein teurer Strauß mit 68 % Marge tragen sehr unterschiedlich zum Ergebnis bei.

Wer seine Top-10-Artikel nach DB-Marge kennt, kauft anders ein. Artikel mit hoher Marge werden gefördert, Artikel mit dauerhaft niedriger Marge werden hinterfragt.

Der DB und der Schwund

Schwund frisst den DB. Ein Artikel, der nicht verkauft wird, hat eine DB-Marge von −100 % (du hast bezahlt, nichts zurückbekommen). Für jeden vernichteten Artikel musst du mehrere verkaufte Artikel haben, um den Verlust auszugleichen.

Das macht Schwund so gefährlich: Er schlägt doppelt. Einmal im Wareneinsatz, einmal im entgangenen Umsatz.

Wie oft du den DB anschauen solltest

Für operative Entscheidungen reicht ein wöchentlicher Blick: Wie war die DB-Marge dieser Woche im Vergleich zur letzten? Gibt es einen Trend nach oben oder nach unten?

Für strategische Entscheidungen — welche Artikel fördern, welche Warengruppen ausbauen — reicht ein monatlicher oder quartalsweiser Überblick.

Wer den DB nicht regelmäßig ansieht, merkt erst beim Jahresabschluss, dass etwas nicht gestimmt hat. Dann ist es für Korrekturen zu spät.

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