Eine Hochzeit klingt nach gutem Umsatz. Ohne saubere Kalkulation wird sie zum teuersten Auftrag des Jahres.

Hochzeitsblumen sind die Königsdisziplin der Floristik. Kreativ, anspruchsvoll, emotional — und finanziell riskant, wenn die Kalkulation nicht stimmt. Viele Floristen erinnern sich an eine Hochzeit, bei der am Ende wenig oder nichts übrig geblieben ist.

Warum Hochzeiten anders kalkuliert werden müssen

Bei einer normalen Bestellung kaufst du ein, bindest, verkaufst. Der Zeithorizont ist kurz, der Spielraum für Fehler ist klein aber überschaubar.

Bei einer Hochzeit planst du Wochen oder Monate im Voraus. Die Ware muss auf den Tag genau geliefert werden. Die Menge muss exakt stimmen — zu wenig ist eine Katastrophe, zu viel bedeutet Schwund. Und du trägst das Preisrisiko allein: Was du im April angeboten hast, muss im Juni noch stimmen.

Die Kalkulation: Was hineingehört

Eine vollständige Hochzeitskalkulation enthält:

  • Blumen und Grün: Jede Position einzeln, mit EK-Preis und Menge. Nie pauschal.
  • Zubehör und Verpackung: Draht, Bänder, Steckschaum, Boxen, Papier — leicht unterschätzt, oft 8–12 % des Materialwerts.
  • Arbeitszeit: Wie viele Stunden braucht du und dein Team? Mit einem realistischen Stundensatz.
  • Anfahrt und Aufbau: Zeit und Fahrtkosten, wenn du vor Ort aufbaust.
  • Preisrisiko-Aufschlag: 5–10 % Puffer für Preisentwicklungen bis zum Einkaufszeitpunkt.

Wer einen dieser Punkte vergisst, verliert an dieser Stelle Geld.

Der Puffer für Preisentwicklungen

Du bietest im März an, du kaufst im Juni. In dieser Zeit kann sich der Weltmarktpreis für Rosen um 20–30 % verschieben. Hitzeperioden, Transportprobleme, Ernteschwankungen — du hast keinen Einfluss darauf.

Die Lösung: Entweder kalkulierst du mit einem Puffer (empfohlen bei frühen Angeboten), oder du formulierst im Angebot eine Klausel, die außergewöhnliche Preissteigerungen anteilig weitergibt. Das muss klar kommuniziert und im Vertrag stehen.

Anzahlung: Warum sie nicht optional ist

Eine Hochzeit ohne Anzahlung ist ein offenes Risiko. Wenn der Auftrag kurzfristig storniert wird, hast du bereits Zeit und möglicherweise Ware investiert.

Üblich sind 30–50 % Anzahlung bei der Auftragsbestätigung. Wer keine Anzahlung verlangt, trägt das vollständige Ausfallrisiko allein.

Was nach der Hochzeit passiert

Jede Hochzeit ist eine Lernmöglichkeit. Was hast du zu viel eingekauft? Welche Position hat mehr Zeit gekostet als geplant? Wo war die Marge tatsächlich — nicht in der Kalkulation, sondern in der Realität?

Wer diese Fragen nach jeder Hochzeit beantwortet, kalkuliert die nächste besser. Wer es nicht tut, macht dieselben Fehler wieder.

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