Ein Strauß ist schnell gebunden und schlecht kalkuliert. Zehn Rosen, ein paar Zweige Eukalyptus, etwas Grün, Papier und Bast: Wer die Einzelpreise im Kopf addiert, vergisst gern den Verschnitt, die Arbeitszeit und den Rabatt, den der Großmarkt bei größeren Mengen gewährt. Eine Straußkalkulator Software nimmt dir diese Rechnerei ab und macht sie wiederholbar: gleiche Regeln für jeden Strauß, für jede Floristin, in jeder Filiale.
Auf dieser Seite erfährst du, wie die Kalkulation in FlowerTag aufgebaut ist, welche Stellschrauben du selbst in der Hand hast und worauf du bei jeder Straußkalkulation achten solltest — unabhängig davon, ob du am Ende mit FlowerTag arbeitest.
So rechnet der Straußkalkulator in FlowerTag
Die Kalkulation folgt einer Reihenfolge, die sich im Floristenalltag bewährt hat. Du wählst Artikel aus deiner Artikeldatenbank — per Suche oder per EAN-Scan — und legst sie in den Warenkorb des Kalkulators. Jeder Artikel bringt seinen aktuellen Preis aus der Datenbank mit. Danach passiert Folgendes:
- Material gesamt. Stückzahl mal Artikelpreis, summiert über alle Positionen. Ändert sich ein Preis in der Artikeldatenbank, rechnet die nächste Kalkulation automatisch mit dem neuen Wert.
- Mengenrabatt. Ab einer bestimmten Gesamtstielzahl greift eine Rabattstufe auf das Material. Standardmäßig sind das 5 % ab 5 Stielen, 10 % ab 10 Stielen und 15 % ab 20 Stielen. Du kannst die Stufen in den Einstellungen des Kalkulators anpassen.
- Arbeitszeit-Aufschlag. Entweder ein fester Betrag je Strauß (voreingestellt sind 8 €) oder ein Prozentsatz auf das Material. Welche Variante zu deinem Laden passt, legst du einmal fest.
- Berechneter Preis. Material nach Rabatt plus Arbeitszeit-Aufschlag, geteilt durch die Anzahl der Sträuße, wenn du mehrere gleiche Sträuße auf einmal kalkulierst.
- Verkaufspreis wählen. Aus dem berechneten Preis ergibt sich der nächste sinnvolle Preispunkt: Du kannst auf 50 Cent oder auf den nächsten Euro aufrunden, eine deiner Verkaufspreisgruppen antippen oder den Preis frei eintippen. Die Preisgruppe, die dem berechneten Preis am nächsten kommt, wird als „Empfohlen“ markiert.
Verkaufspreisgruppen statt krummer Preise
Kein Kunde möchte einen Strauß für 28,11 € kaufen, und kein Laden will ihn so ans Regal schreiben. Die meisten Blumengeschäfte arbeiten mit festen Preisstufen, etwa 15, 20, 25, 30 und 35 €. FlowerTag bildet das ab: Du hinterlegst deine Verkaufspreisgruppen einmal, und im Kalkulator erscheinen sie als Schaltflächen unter der Berechnung.
Der Vorteil liegt weniger in der Bequemlichkeit als in der Konsistenz. Wenn jede Floristin dieselben Stufen verwendet, sehen Kundinnen und Kunden über alle Filialen hinweg dieselbe Preislogik, und im Team gibt es keine Diskussion, ob ein Strauß „eher 27 oder 29 €“ kostet. Der berechnete Preis bleibt als Referenz sichtbar, auch wenn du ihn überschreibst — du siehst also jederzeit, wie weit der gewählte Preis vom kalkulierten Wert entfernt liegt.
Mehrere gleiche Sträuße auf einmal kalkulieren
Zum Muttertag, zum Valentinstag oder für einen Firmenauftrag bindest du nicht einen, sondern zwanzig identische Sträuße. Im Kalkulator gibst du die Gesamtmenge an Material ein und trägst die Anzahl der Sträuße ein. Der Mengenrabatt richtet sich nach der Gesamtstielzahl, nicht nach der Stielzahl je Strauß. Das bildet ab, was du im Einkauf erlebst: Größere Abnahmemengen bringen bessere Konditionen.
Wichtig für die Kalkulation: Der Rabatt wird auf das Material gerechnet, der Arbeitszeit-Aufschlag kommt pro Strauß obendrauf. So wird der Preis für den einzelnen Strauß nicht künstlich zu niedrig, nur weil du eine große Menge bindest.
Prämie für die Floristin, getrennt vom Verkaufspreis
In der Mitarbeiterverwaltung hinterlegst du für jede Person eine Prämie pro Strauß als festen Eurobetrag. Beim Speichern eines Straußes wird dieser Betrag mit dem Strauß abgelegt. Die Prämie beeinflusst den Verkaufspreis nicht; sie wird separat erfasst und in der Auswertung unter „Sträuße & Prämien“ pro Person und Zeitraum summiert. Ändert sich der Betrag später, bleiben bereits gespeicherte Sträuße beim damaligen Wert — die Abrechnung rückwirkend bleibt nachvollziehbar.
Vom Kalkulator direkt zum Etikett
Nach dem Abschluss lässt sich für den Strauß ein Etikett mit Preis und Florist:in drucken, ohne Zahlen abzutippen. Den Slogan und die sichtbaren Elemente stellst du in den Einstellungen für Straußetiketten ein. Wer eine Kundin zuordnet, findet den Strauß später in deren Historie. Zwischenstände kannst du als Entwurf speichern, wenn du die Kalkulation später fortsetzen willst. Wiederkehrende Klassiker legst du als Rezept an: Gespeichert werden Artikel und Mengen, die Preise werden beim Laden immer aktuell aus der Artikeldatenbank gezogen.
Excel oder Straußkalkulator-Software?
Viele Läden starten mit einer Excel-Tabelle. Das ist nachvollziehbar, und für einen einzelnen Laden mit wenigen Artikeln kann es lange gut gehen. Die Grenzen zeigen sich, sobald mehrere Personen arbeiten, Preise sich häufig ändern oder Ergebnisse weiterverwendet werden sollen.
| Kriterium | Excel-Tabelle | Straußkalkulator in FlowerTag |
|---|---|---|
| Einkaufspreise | Manuell pflegen, leicht veraltet | Aus der Artikeldatenbank, überall identisch |
| Mengenrabatt | Eigene Formel, fehleranfällig | Rabattstufen einmal festlegen, automatisch angewendet |
| Mehrere Mitarbeitende | Versionschaos, Überschreiben möglich | Gemeinsame Datenbasis mit Rechten |
| Etikett und Historie | Abtippen | Etikett und Kundenhistorie direkt aus dem Strauß |
| Prämien | Strichliste oder Extra-Tabelle | Automatisch erfasst und ausgewertet |
| Auswertung | Nur mit Aufwand | Sträuße, Umsatz und Prämien pro Zeitraum |
Begriffe rund um die Straußkalkulation
- Material gesamt: Summe aus Stückzahl mal Artikelpreis über alle Positionen.
- Mengenrabatt: Abschlag auf das Material, abhängig von der Gesamtstielzahl der Kalkulation.
- Arbeitszeit-Aufschlag: Pauschale oder Prozentsatz für Binden, Vorbereiten und Verpacken.
- Verkaufspreisgruppe: Fest definierte Preisstufen, aus denen der Verkaufspreis gewählt wird.
- Rezept: Gespeicherte Artikelauswahl mit Mengen für wiederkehrende Sträuße.
- Entwurf: Zwischengespeicherte Kalkulation, die du später abschließt.
Drei typische Einsatzszenarien
Der Tagesstrauß im Laden
Kundin steht am Tresen und möchte „etwas Herbstliches für 25 Euro“. Du stellst den Strauß zusammen, legst die Artikel in den Kalkulator und siehst sofort, ob der gewünschte Preis die Kosten deckt. Liegt er darunter, kannst du über das Material oder die Preisgruppe gegensteuern, bevor der Strauß gebunden ist.
Die Serie für Valentinstag oder Muttertag
Zwanzig identische Sträuße: Du kalkulierst die Gesamtmenge, gibst die Anzahl ein und erhältst den Preis je Strauß. Der Mengenrabatt greift auf die Gesamtmenge. Ein Rezept spart dir die Wiederholung im nächsten Jahr. Planung rund um die Saison findest du auf Muttertag planen und Valentinstag vorbereiten.
Der Auftrag mit Termin
Eine Firma bestellt wöchentlich Tischschmuck. Die Kalkulation ordnest du der Kundin oder dem Kunden zu, sie erscheint in der Historie. Für Abos gibt es zusätzlich eine eigene Verwaltung, siehe Blumenabo verwalten.
Die häufigsten Fehler bei der Straußkalkulation
- Arbeitszeit vergessen. Binden, Vorbereiten, Wickeln, Verpacken, Etikett: Die reine Bindezeit ist nur ein Teil. Wer nur Material rechnet, verschenkt Lohnkosten.
- Verschnitt ignorieren. Stiele werden gekürzt, Blätter entfernt, einzelne Blumen sind nicht verkäuflich. Ein pauschaler Zuschlag oder ein realistischer Arbeitszeit-Aufschlag fängt das auf.
- Alte Einkaufspreise. Preise schwanken mit der Saison. Hängen sie nur im Kopf oder auf einem Zettel, ist die Kalkulation nach zwei Wochen falsch. Eine zentrale Artikeldatenbank löst das.
- Prämie und Preis vermischen. Wenn die Prämie im Verkaufspreis „versteckt“ wird, versteht im Team niemand mehr, wie sich Preise zusammensetzen.
- Jede Floristin kalkuliert anders. Ohne gemeinsame Regeln unterscheiden sich gleiche Sträuße im Preis um mehrere Euro, je nachdem, wer sie bindet.
Ausprobieren statt lesen
Auf der Startseite kannst du den Straußkalkulator mit Beispieldaten direkt im Browser testen: Blumen antippen, Rabattstufen sehen, Preisgruppe wählen. Die Rechenlogik entspricht der der App. Für deine eigenen Preise legst du in FlowerTag einen Testzugang an. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie im Beitrag zum Deckungsbeitrag im Blumenladen.