Wer nachts oder frühmorgens über den Großmarkt läuft, trifft viele Entscheidungen in kurzer Zeit: Welche Qualität, welcher Preis, wie viele Bunde? Müdigkeit und Verkaufsgespräche lassen das Bauchgefühl dominieren. Ein Großmarkt-Einkauf nach Plan verschiebt die wichtigsten Entscheidungen auf den Vortag, in Ruhe und mit Daten.
Am Vortag: Bedarf ermitteln
- Verkäufe der letzten Wochen für den gleichen Wochentag ansehen.
- Aufträge, Events und Abos der nächsten Tage prüfen.
- Bestand und Bestandswarnungen kontrollieren.
- Wetter und Saisonereignisse einbeziehen.
- Budget für den Einkauf festlegen.
Die Auswertung liefert Umsatz und Verluste nach Artikel, die Bestellverwaltung zeigt Termine, und die Bestandsübersicht warnt bei Mindermengen.
Die Dispo als Einkaufsliste
Lege in der Disposition eine neue Dispo an, wähle die Filiale(n) und trage die geplanten Mengen ein. Die Artikel sind nach Warengruppen sortiert, ähnlich wie der Weg über den Großmarkt. Einkaufseinheit und Lieferant stehen in jeder Zeile. Am Stand trägst du den tatsächlichen Einkaufspreis ein, die Summen passen sich an.
Am Stand: Preise prüfen und anpassen
Weichen Einkaufspreise vom Plan ab, entscheidest du vor Ort, ob du Menge oder Qualität anpasst. Aktualisiere den Einkaufspreis am Artikel, damit Kalkulation und Marge stimmen. Besonders in den Wochen vor Valentinstag und Muttertag lohnt der Blick auf die Marge, siehe Valentinstag vorbereiten.
Nach dem Einkauf: Verteilen und Etikettieren
Aus der Dispo entstehen Lieferlisten je Filiale. Du lädst die Ware entsprechend auf, ohne Lieferscheine von Hand zu schreiben. Im Laden druckst du neue Preisschilder, siehe Preisschilder drucken, und prüfst den Bestand. Abweichungen zwischen Bestellung und Lieferung dokumentierst du als Reklamation beim Lieferanten.
Checkliste für den Einkaufstag
- Aufträge und Abo-Lieferungen der nächsten Tage prüfen.
- Bestand im Laden und im Lager kontrollieren, Bestandswarnungen berücksichtigen.
- Disposition je Lieferant als PDF vorbereiten, mitnehmen oder aufs iPad laden.
- Preise beim Einkauf notieren und Abweichungen direkt in der Artikeldatenbank anpassen.
- Rückkehr: Ware erfassen, Qualität prüfen, Etiketten drucken.
Saisonale Besonderheiten
Vor Muttertag, Valentinstag und Weihnachten steigen die Preise und schwankt die Verfügbarkeit. Wer früh vorbestellt, sichert Mengen, trägt aber ein Risiko, falls die Nachfrage ausbleibt. Planungsseiten dazu: Muttertag planen, Valentinstag vorbereiten und Weihnachten.
Häufige Einkaufsfehler
- Aus Gewohnheit dieselbe Menge kaufen, unabhängig von Wetter und Terminen.
- Spontankäufe ohne Kalkulation.
- Preisschwankungen nicht an den Verkaufspreis weitergeben.
- Keine Rückschau: Archivierte Dispos zeigen, was zuletzt zu viel war.